SEP-Konzept

Installation nach dem SEP-Prinzip®


Bei räumlich überschaubaren Verhältnissen bietet sich als optimaler Schutz gegen Überspannungen von Blitzeinwirkungen das SEP-Prinzip® (Single Entry Point - Prinzip) als leicht zu installierende und für den Anwender nachvollziehbare Schutzmöglichkeit an.

Hierbei werden alle ein- und austretenden Kupferleitungen einer Zone oder Insel an einem Punkt (SEP) in diese bzw. aus dieser Zone/Insel geführt. An diesem Punkt werden alle Kupferleitungen über gleichwertige Schutzmaßnahmen geschaltet und von dort zum Equipment geführt. Die Verkabelung im geschützten Raum erfolgt baum- oder kammartige, um möglichst kleine Induktionsschleifen zu bilden. Um Einkopplung bei atmosphärischen Störungen durch andere leitfähige Installationen zu vermeiden, sollten die Kabel in der Raummitte bzw. entfernt von Außenwänden installiert werden.

Vom Blitz- bzw. Überspannungsschutz erfolgt die einzige Erdverbindung in die geschützte Zone. In dieser Zone kann durch eine isoliert angebrachten Potenzialausgleichsschiene die Erdverbindungen zum Equipment weiterverteilt werden. Zweiterden, d.h. Verbindungen zum äußeren Potenzialausgleich (Gebäudepotenzialausgleich) bzw. äußeren Blitzschutz von der geschützten Zone aus, sind unzulässig. Dies bedeutet auch, dass der Doppelboden nicht mit dem äußeren Potenzialausgleich verbunden sein darf. Falls dies nicht gewährleistet werden kann, muss das Equipment isoliert aufgestellt werden.

Der SEP bildet den Potenzialausgleich für den Überspannungsschutz. Hier werden auch die Abschirmungen/Armierungen aller Leitungen aufgelegt und nur von hier gibt es eine Verbindung zum Potenzialausgleich des Gebäudes bzw. äußeren Blitzschutzes.

Ebenfalls wichtig ist, dass keine Schutzmodule in Unterverteilungen installiert werden, sondern die Schutzmodule befinden sich in einem separaten Aufnahmegehäuse bzw. Schrank. Dort werden alle Leitungen geschützt und dann erst zur Verteilung geführt und von dort weiterverteilt. Dies wird sowohl für die Energiezuführung als auch für alle Datenleitungen durchgeführt. Eine Installation von Ableitelementen in Niederspannungsunterverteilungen ist zu unterlassen, da dadurch Teilblitzströmen im geschützten Bereich auftreten und unkontrollierte Einkopplungen in andere Leitungen erfolgen können.

Durch die Installation von Ableitern nach dem SEP-Prinzip® können alle Arten von Störungen an einem Punkt beherrscht werden und es kommt nicht mehr zu unkontrollierbaren Verschleppungen von Potenzialdifferenzen bzw. Einkopplungen.

Durch das SEP-Prinzip® ist es möglich, je nach Kundenanforderung oder - wunsch, den Blitz- und Überspannungsschutz zu modifizieren und alle Schutzmöglichkeiten zu nutzen. Durch die Installation in einem separaten Gehäuse können in dieses auch noch nachträglich Schutzmodule installiert werden. Die Schutzvariante wächst also mit den Anforderungen der jeweiligen elektronischen/elektrischen Anlagen und Geräte.

Es muss darauf geachtet werden, dass keine elektrisch leitenden Verbindungen (Prozessleitungen) ungeschützt in den geschützten Raum gelangen.

Werden größere Klimaanlagen oder Teile derselben außerhalb der geschützten Zone installiert, müssen die Lüftungskanäle durch nichtleitende Zwischenstücke an der Raumgrenze elektrisch aufgetrennt werden. Alle möglichen Verbindungen zum äußeren Blitzschutz (z.B. Halterungen an Betonpfeilern mit Armierung usw.) müssen durch Isolatoren getrennt werden.

 
Das SEP-Prinzip® wurde bisher bei Großanlagen, wie Switch-Räume, POPs usw., als auch bei Container und Räumen für ein Weitverkehrsnetz ebenso bei Funkkabinen jeder Größe mit optimalem Erfolg eingesetzt.
Rückmeldungen von Kunden ergaben, dass trotz Blitzeinschlägen in Gebäuden oder Naheinschlägen, bei Anlagen, die durch Einsatz von Schutzmodulen nach dem SEP-Prinzip® geschützt sind, weder Störungen noch Zerstörungen auftraten.

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