FAQ

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Leutron FAQ zum Überspannungsschutz

 

1.)    Frage: Muss ein Ableiter nach jedem Ableitvorgang gewechselt werden?


Antwort: Nein, Leutron Überspannungsableiter können Blitzströme mehrere Male ableiten. Dies wurde auch durch diverse Labortests nachgewiesen deren Ergebnisse sich auch in unserer langjährigen Felderfahrung bestätigen.

 

2.)    Frage: Kommt die Überspannung auch dann ins Haus, wenn die Leitungen unterirdisch das Haus erreichen?

 

Antwort: Ja. Typisch ist, dass irgendwo ein Blitz einschlägt und der Blitzstrom sich alle möglichen Wege sucht Richtung "Erde". Ein Teil fließt häufig in das Strom- und Telefonnetz und schädigt die umliegenden angeschlossenen Geräte. Es gibt Untersuchungen, wonach Telefonanlagen noch in 3 km Entfernung von einem Blitzeinschlag beschädigt wurden.

 

3.)    Frage: Was bedeutet 4.500A / 15.000A / 30.000A usw. beim Überspannungsschutzgerät?

Antwort: Bei diesen Angaben handelt es sich um den maximalen Ableitstrom der verwendeten Schutzbauelemente. Je höher dieser Wert ist, umso größer darf eine Überspannung sein ohne dass das Schutzgerät zerstört wird bzw. umso häufiger können kleinere Überspannungen zerstörungsfrei abgeleitet werden. Mit diesen Amperezahlen steigt die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des Überspannungsschutzgerätes.

 

4.)    Frage: Welche Einschränkungen gibt es beim Überspannungsschutz für DSL-Leitungen?

Antwort: Da DSL-Signale sehr empfindlich sind, kann es durch die zusätzliche Signal-Dämpfung des Überspannungsschutzgerätes in manchen Fällen zu Beeinträchtigungen der DSL-Verbindung kommen (z.B. reduzierte Übertragungsgeschwindigkeit oder Verbindungsabbrüche). Ob dieses Problem auftritt oder nicht, hängt von der DSL-Signalqualität an Ihrem Anschluss ab. Diese ist wiederum von der Entfernung Ihres Anschlusses von der Vermittlungsstation, dem verwendeten Leitungsquerschnitt und evtl. beeinflusssenden Störgrößen abhängig. Eine konkrete Aussage, ob der Überspannungsschutz i, Anwendungsfall problemlos verwendet werden kann oder nicht, kann leider nicht getroffen werden. Generell sind jedoch DSL-Anschlüsse mit hoher Übertragungsrate aufgrund der verwendeten höheren Frequenzen besonders empfindlich und somit eher problematisch.

 

5.)    Frage: Unsere Sat-Anlage ist für zwei Satelliten ausgelegt und hat zwei LNBs mit je vier Kabelb zum Multischalter. An diesem Multischalter kann ich dann meine acht Receiver anschließen. Wo genau muss ich den Überspannungsschutz einbauen und wie viele Ableiter benötige ich für meine Anlage? 

 

Antwort: Der Überspannungsschutz sollte möglichst am LNB-Anschluss des Multischalters (also zwischen dem LNB und dem Multischalter) eingefügt werden. In diesem Fall wären daher acht Stück Überspannungsschutzstecker erforderlich.

 

6.)    Frage: Worin besteht funktionell der Unterschied bei Leutron Typ 2-Überspannungsableitern für TNS- zu TT-Netzen?

 

Antwort: Beim TNS-Gerät (4-polig) sind an allen 4 Steckplätzen (L1-L3 + N) Varistor-Ableiter gesteckt und jeweils mit Erde (PE) verbunden.

Beim TT-Gerät sind nur L1-L3 mit Varistoren versehen, die Ausgänge werden dann zusammen mit N über ein Funkenstreckenmodul zu PE geführt.

 

 

7.)    Frage: Kann man das TNS-Gerät auch für ein TT-Netz verwenden?

 

Antwort: Nein! Beim TT-Netz wird der PE im Gegensatz zum TNS- Netz nicht mit dem N verbunden.

Der N ist u. U. nur in der Trafostation geerdet und auch da kann noch eine Impedanz zwischen Erder und Trafo-Sternpunkt geschaltet sein. Daraus folgt, dass der PE und der N nicht dasselbe Potential haben müssen. Üblicherweise werden das nur eine Handvoll Volt sein, aber z. B. bei Blitzschlägen oder großen Strömen in der Erde (Bahntrasse, Gasleitung mit elektr. Korrosionsschutz etc.) können da auch höhere Spannungsunterschiede auftreten.
Wenn nun der Varistor altert und /oder überlastet wird, kann die Hausinstallation der Hilfserder für die Trafostation werden. Die Funkenstrecke hat jetzt den Vorteil, dass sie nicht altert (niederohmig wird) und mit der Zeit leitfähig werden kann.

 

8.)    Frage: Welche Typen von Überspannungsableitern gibt es?

 

Antwort: Überspannungsableiter werden in drei Klassen eingeteilt: Typ 1, 2 oder 3.
Die Ableiter unterscheiden sich in ihrem Ableitvermögen sowie im Schutzpegel (max. auftretende Spannung im Falle eines Ableitvorgangs).

 

9.)    Frage: Ist für eine PV-Freiflächenanlage, die mit Ramm- oder Schraubfundamenten ausgeführt wurde, ein zusätzliches Erdungssystem notwendig?


Antwort: Ja! Zwar ist durch die erdfühligen Fundamente eine gewisse Erderfunktion gegeben, jedoch ist aus blitzschutztechnischer Sicht ein vermaschtes Erdungssystem notwendig. Bei erdfühligen Fundamenten ist es allerdings möglich, diese als Teil des Erdungssystems zu verwenden.  Das Beiblatt 5 der DIN EN 62305 Teil 3 gibt hierzu detaillierte Informationen.

 

10.) Frage: Erhöht die Installation von PV-Anlagen auf oder an Gebäuden das Risiko eines

Blitzeinschlages?


Antwort: Nein, durch die Errichtung einer üblichen PV-Anlage an oder auf einem Gebäude wird das Risiko eines Blitzeinschlages nicht erhöht.

 

11.) Welcher Mindestquerschnitt ist für Potentialausgleichsleiter vorgeschrieben?

 

Antwort: Die Querschnitte von Leitern, welche im Rahmen des Blitzschutzes eingesetzt werden, sind wie in der EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) Tabelle 6.1.1.1 und 6.1.1.2 beschrieben anzuwenden.

 

Die Tabelle 6.1.1.1 beschreibt die Mindestmaße von Leitern, die verschiedene Potentialausgleichsschienen miteinander oder mit der Erdungsanlage verbinden.

Die Mindestquerschnitte betragen für Schutzklasse I bis IV:

Kupfer= 16mm2

Aluminium= 25mm2

Stahl= 50mm2

 

Die Tabelle 6.1.1.2 beschreibt die Mindestmaße von Leitern, die innere metallene Installationen mit der Potentialausgleichsschiene verbinden.

Die Mindestquerschnitte sind für Schutzklasse I bis IV:

Kupfer= 6mm2

Aluminium= 10mm2

Stahl= 16mm2

 

 

12.) Darf ein Leutron Überspannungsableiter IsoProS BC TNC 12.5 im Vorzählerbereich eingesetzt werden?

 

Antwort: Nein! Die Anforderungen zum Einsatz von Überspannungsableitern werden durch die Technischen Anschlussbedingungen TAB 2007 für den Anschluss an das Niederspannungsnetz und der VDN-Richtline Überspannungsschutzeinrichtungen Typ 1 Punkt 3 geregelt. Es sind ausschließlich leckstromfreie Überspannungsableiter auf Funkenstreckenbasis, die keinen Betriebstrom z. B. für LED-Überwachungen benötigen, zulässig.
Die Leutron IsoProS BC-Ableiter auf Varistorenbasis erfüllen diese Anforderungen nicht.

 

13.) Was ist der Unterschied von Stich- und V-Verdrahtung?

 

Antwort: Man unterscheidet insbesondere bei Blitzstromableitern zwischen Stichleitungsanschluss und V-förmigem Anschluss.

Beim Stichleitungsanschluss verbindet eine Leitung z. B. ein Stromschienensystem mit dem Ableiteranschluss. Es ergibt sich eine T-förmige Anschlussgeometrie. Bei dieser Anschlussart kann die Anlagenvorsicherung (F1) größer sein, als die max. zulässige Vorsicherung des Ableiters (F2). Der Ableiter wird zusätzlich im Leitungsstich entsprechend abgesichert.

Beim V-förmigen Anschluss werden die kommenden und abgehenden Leitungen jeweils direkt an einer Klemme des Schutzgerätes angeschlossen. Mögliche Spannungen werden durch kurze Leitungsführung auf ein Minimum begrenzt. In diesem Fall darf aber die Anlagensicherung die maximale Vorsicherung des Ableiters nicht überschreiten.
Diese beiden Anschlussmöglichkeiten sind auch bei  Kombiableitern (Typ 1/Typ 2) und bei Ableiter Typ 2 möglich.

 

14.) Welcher Klassifizierung der Brennbarkeit nach UL94 entsprechen die Gehäuse der Leutron Überspannungsschutzableiter?

 

Antwort: Die bei den Ableitern verwendeten Kunststoffe entsprechen der UL94 Klassifizierung V0.

Das bedeutet kein brennendes Abtropfen und ein verlöschen der Flamme innerhalb von 10 Sekunden mit einem Nachglimmen von maximal 30 Sekunden.

 

15.) Was sind die Vor- und Nachteile von Varistoren, Suppressordioden und Gasentladungsableitern?

 

Antwort: Der Vorteil des Varistors ist eine kurze Ansprechzeit. Der Nachteil eine hohe Eigenkapazität.

Der Vorteil der Suppressordiode ist eine kurze Ansprechzeit. Die Nachteile eine hohe Eigenkapazität und eine geringe Strombelastbarkeit. Die Vorteile des Gasentladungsableiters sind eine geringe Eigenkapazität und hohe Strombelastbarkeit. Der Nachteil ist sein träges/langsames Ansprechverhalten.

 

16.) Was bedeuten die heutigen IEC-Prüfklassen im Vergleich zu früher?

 

Antwort: Die IEC-Prüfklassen haben sich im Laufe der Zeit  mehrmals umbenannt. Aktuell sind Typ 1, früher Klasse B oder auch Grobschutz genannt. Typ 2, früher Klasse C oder Mittelschutz und Typ 3, früher Klasse D oder Feinschutz.

 

17.) Was bedeutet die Abkürzung SPD beim Überspannungsschutz?

 

Antwort: SPD steht für „Surge Protective Devices“ (Überspannungsschutzgeräte)

 

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