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kleines ABC

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100%-Ansprech- Blitzstoßspannung
ist die Ansprechspannung bei der Blitzstoßspannung 1,2/50 µs, die zum Ansprechen führt. Anmerkung: bei einigen Bauformen von Ableitern (z.B. Varistoren) kann die 100 %-Ansprech-Blitzstoßspannung nicht ermittelt werden.
Ableiter
siehe "Überspannungsableiter"
Ableiter-Bemessungsspannung Ur
ist der höchstzulässige Effektivwert der betriebsfrequenten Wechselspannung, für die der Ableiter bemessen ist. Anmerkung: für die hier betrachteten Ableiter ist sie gleich der Ableiter-Dauerspannung Uc.
Ableiter-Dauerspannung Uc
ist der höchstzulässige Effektivwert der betriebsfrequenten Wechselspannung, der dauernd an den Ableiterklemmen anliegen darf.
Ableitstoßstrom
ist der Stoßstrom, der durch den Ableiter nach dessen Ansprechen fließt. Er wird als Scheitelwert angegeben. Der Nennableitstoßstrom ist der Scheitelwert eines Stoßstromes der Stoßform 8/20 µs.
Abtrennvorrichtung
ist eine Vorrichtung, die einen Ableiter im Falle seines Versagens so vom Netz trennt, dass eine Brandgefahr vermieden und der schadhafte Ableiter angezeigt wird. Anmerkung: es ist nicht Aufgabe der Abtrennvorrichtung, die Schutzmaßnahme "Schutz bei indirektem Berühren" sicherzustellen.
Ansprechen
als Ansprechen gilt, wenn entweder der Scheitelwert der ohmschen Komponente des Stromes durch den Ableiter 5 mA erreicht oder ein Spannungseinbruch mit Ansteigen des Scheitelwertes des Stromes durch den Ableiter auf über 5 mA erfolgt.
Ansprechspannung
ist der höchste Augenblickswert der Spannung an den Klemmen des Ableiters vor dem Ansprechen.
Äußerer Blitzschutz
ist die Gesamtheit aller außerhalb, an und in der zu schützenden Anlage verlegten und bestehenden Einrichtungen zum Auffangen und Ableiten des Blitzstromes in die Erdungsanlage.
Bemessungsfrequenz
ist die Nennfrequenz des Netzes, für das der Ableiter ausgelegt ist.
Betriebsfrequenzbereich
wird durch einen Wert der Einfügungsdämpfung des Überspannungsbegrenzers festgelegt, der in diesem Frequenzbereich nicht überschritten wird.
Blitzschutz-Potenzialausgleich
Hierunter versteht man den Teil des Inneren Blitzschutzes, der im Falle eines Blitzeinschlages in die Blitzschutzanlage für eine sicherere Verteilung der Blitzenergie auf das Potenzialausgleichssystem sorgt. Gefährliche Funkenbildung wird dadurch vermieden. Einrichtungen der elektrischen Energie- und Informationstechnik sind besonders zu schützen, da über das Erdungssystem und den Potenzialausgleich eine direkte Verbindung zwischen der äußeren Blitzschutzanlage und der Gebäudeinstallation besteht.
Blitzschutzanlage
ist die Gesamtheit aller Einrichtungen für den Äußeren und inneren Blitzschutz der zu schützenden Anlage.
Blitzschutzerdung
ist die Erdung einer Blitzschutzanlage zur Ableitung des Blitzstromes in die Erde.
Blitzschutzklassen
Die Planung und Errichtung eines Blitzschutzsystems wird bestimmt durch die notwendige Blitzschutzklasse für das jeweilige Gebäude. Es existieren die Schutzklassen I-IV, wobei die Schutzklasse IV die geringsten Anforderungen an ein Blitzschutzsystem stellt. In der Regel kommt die Blitzschutzklasse IV in Deutschland nur selten zum Einsatz. Die meisten Gebäude werden in SK III und II eingestuft. Stellen EX-Bereiche eine große Rolle innerhalb eines Gebäudes dar, so wird die Klasse I gewählt. Die Blitzschutzklasse kann auf zwei Arten bestimmt werden. Zum einen durch die VDS-Richtlinie 2010:2005-07 als auch durch eine Risikoanalyse gemäß der DIN V VDE V 0185 Teil 2.
Blitzstoßspannung 1,2/50 µs
hat eine Stirnzeit von 1,2 µs und eine Rückenhalbwertszeit von 50 µs.
Blitzstoßstrom
ist ein Prüfstrom der die Blitzstromparameter natürlicher Blitze nachbildet. Er ist gekennzeichnet durch: – seine Blitzstromamplitude is (kA) – seine Blitzstromsteilheit di/dt(A/s) – seine spezifische Energie ƒi² dt(J/?) – seine Ladung ƒi dt(As)
Blitzstromableiter
Hierbei handelt es sich um ein Überspannungsschutzgerät, welches blitzstromableitfähig ist. Gemäß aktueller Normen werden die Ableiter als Ableiter Typ 1 gekennzeichnet. Diese Geräteklasse wurde nach alten Normen als Überspannungsableiter Klasse Der Einbau erfolgt direkt am Gebäudeeingang einer Stromeinspeisung (z. B. hinter dem Hausanschlusskasten oder in der Hauptverteilung). Aufgebaut ist ein Blitzstromableiter in der Regel durch eine Funkenstrecke, die nach Erreichen einer Ansprechspannung durchzündet und den Blitzstrom kontrolliert ableitet. Wichtig: Blitzstromableiter sind nicht zum Schutz empfindlicher Elektronik konzipiert: Ihre Aufgabe besteht darin, gefährliche Überschläge im Gebäude und die daraus resultierende Brandgefahr zu verhindern!
Feinschutz
Früher Klasse D, heute Typ 3 Feinschutz schützt die jeweiligen Steckdosen und die Steckverbindungen aller anderen Leitungen. Er reduziert die verbleibenden Überspannungen auf das von den angeschlossenen Geräten, Baugruppen oder Bauteilen verkraftbare Maß. Die Hersteller elektrischer und elektronischer Geräte sind in den meisten Ländern verpflichtet, ihre Geräte mit einem für den sicheren Betrieb erforderlichen Feinschutz auszustatten (CE-Zeichen deutet darauf hin). In Deutschland ist dies durch das Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG) geregelt. Dennoch gibt es signifikante Unterschiede; ein ab Werk eingebauter Feinschutz muss sich nicht automatisch auf dem gleichen Qualitätsniveau befinden wie ein guter externer Feinschutz.
Fernmeldeanlagen
einschließlich Informationsverarbeitungsanlagen (im folgenden kurz Fernmeldeanlagen genannt) sind Anlagen zur Übertragung und Verarbeitung von Nachrichten und Fernwirkinformationen mit elektrischen Betriebsmitteln. Hierzu zählen z.B. elektrische MSRAnlagen. Dies sind Anlagen mit Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen zum Erfassen und Verarbeiten von Messwerten (Messgrößen).
Folgestrom
ist der dem Ableitstoßstrom unter dem Einfluss der Betriebsspannung folgende Strom. Er wird als Scheitelwert angegeben. Anmerkung: bei einigen Bauformen von Ableitern (z.B. Metalloxidvaristoren) ist der Folgestrom sehr klein <1 mA.
Fundamenterder
ist ein Leiter, der in das Betonfundament einer baulichen Anlage eingebettet ist.
Galvanische Kopplung
Bei Nah- und Direkteinschlägen in den Blitzableiter einer baulichen Anlage treten unter anderem galvanisch eingekoppelte Überspannungen auf. Die galvanische Einkopplung rührt daher, dass aufgrund der räumlichen Ausdehnung einer baulichen Anlage unterschiedliche Erdpotenziale bestehen. Zwar tragen Potenzialausgleichsmaßnahmen (Anlagenerder, Potenzialausgleichsleiter) zu einer Verflachung des Potenzialtrichters bei. Die Potenzialunterschiede können dadurch vermindert, jedoch wegen der Impedanzen der stromdurchflossenen Ausgleichsleitungen und Erdimpedanzen nicht aufgehoben werden.
Grenzstoßstrom Isgr
ist ein Blitzstrom, der die Stoßstrombelastbarkeit von Entladungsstrecken bei direkter Blitzbeeinflussung nachbildet.
Induktive Kopplung
Der Störstromkreis ist über ein Magnetfeld (induktiv) mit dem Stromkreis gekoppelt. Je stärker die Stromänderung ist, die das Magnetfeld erzeugt, desto stärker wird die Störung eingekoppelt.
Innerer Blitzschutz
ist die Gesamtheit der Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Blitzstromes und seiner elektrischen und magnetischen Felder auf metallene Installationen und elektrische Anlagen im Bereich der baulichen Anlage.
Isolationswiderstand Ris
ist der ohmsche Widerstand des Überspannungsableiters im nichtleitenden Zustand.
Kapazitive Kopplung
Die Störquelle ist über eine (Streu-)Kapazität mit dem Stromkreis gekoppelt. Je größer die auftretende Spannungsänderung ist, desto stärker wird die Störung.
Lagertemperaturbereich
beschreibt die Umgebungstemperatur, bei der der Überspannungsableiter ohne Beeinträchtigung seines Nenn- und Kennwertes gelagert werden kann.
Längsspannungsabfall
bei Überspannungsableitern für Gleichspannung oder niedrige Betriebsfrequenzen bis maximal 400 Hz wird für deren Beurteilung anstelle der Einfügungsdämpfung der Längsspannungsabfall entlang des Strompfades oder der Strompfade bei Nennstrom und gegebenenfalls Betriebsfrequenz herangezogen.
Lebensdauertest
ist die Belastung eines Überspannungsableiters, mit der die in der Praxis häufig eintretenden Belastungen simuliert werden sollen.
LEMP
Die bekannteste Ursache von Überspannungen ist die atmosphärische Entladung (Blitz), bei der am Einschlagsort mehrere hunderttausend Volt und Ströme bis über 200 kA auftreten können. Die Ausbreitung dieser Ströme über den Erdboden und über metallische Leiter kann wiederum im Umkreis von einigen hundert Metern oder sogar Kilometern zu Überspannungen von mehreren tausend Volt führen. Abgeleitet aus dem Englischen wird für diese Art der Beeinflussung häufig der Begriff LEMP (lightning electromagnetic pulse) benutzt.
NEMP
Unter dem Kürzel NEMP/HEMP (nuclear/high altitude electromagnetic pulse) seien der Vollständigkeit halber noch Überspannungen aus nuklearen Explosionen in großer Höhe erwähnt, die in ihrer Wirkung mit der eines “Superblitzes” verglichen werden können und für den militärischen Bereich von Bedeutung sind.
Nennableitstoßstrom isn
ist der Scheitelwert des Stoßstroms mit definiertem zeitlichen Verlauf, für den der Prüfling bei einem bestimmten Prüfprogramm bemessen ist. Der Verlauf des Nennableitstoßstromes, dessen Stromwelle der Form 8/20 µs entspricht, ist in DIN VDE 0432 T2 definiert.
Nennableitwechselstrom Iwn
ist der Ableitwechselstrom für Frequenzen zwischen 15 Hz und 62 Hz (vorzugsweise 50 Hz), für den der Prüfling bei einem bestimmten Prüfprogramm bemessen ist.
Nennansprechgleichspannung Uagn
ist der Ansprechgleichspannungswert, mit dem der Überspannungsableiter zur Typenkennzeichnung vom Hersteller bezeichnet ist.
Nennansprechstoßspannung Uasn
ist der maximal zulässige Wert der Ansprechstoßspannung.
Nenndurchbruchspannung Udn
ist die Spannung am Schutzelement bei Beginn der Begrenzungswirkung. Sie wird üblicherweise bei einem konstanten Ableitstrom von 1 mA gemessen. Bei Schutzelementen mit kleinen Begrenzungsspannungen und vergleichsweise hohen Sperrströmen kann sie auch auf 10 mA bezogen werden. Die Nenndurchbruchspannung gibt die Spannung am Schutzelement an, bei der es vom Sperrzustand in den leitenden Bereich übergeht. Die Abweichung der Durchbruchspannung von der Nenndurchbruchspannung innerhalb einer Liefermenge muss in Prozenten angegeben werden. Üblich sind die Grenzabweichungen 2%, 5% und 10%.
Nennspannungen
eines Überspannungsableiters dienen der Typenkennzeichnung. Sie sagen aus, mit welchen maximalen Betriebsspannungen der Überspannungsableiter beaufschlagt werden darf.
Netzkurzschlussstrom Ik
Der Netzkurzschlussstrom ist der aus der Impedanz des Prüfnetzes und den Anschlussleitungen am Einbauort des Prüflings resultierende Kurzschlussstrom.
Potenzialausgleich nach VDE 01 90
ist das Beseitigen von Potenzialunterschieden (im Zusammenhang mit dem Betrieb elektrischer Verbraucheranlagen), z.B. zwischen dem Schutzleiter der Starkstromanlage und Wasser-, Gas- und Heizrohrleitungen sowie zwischen diesen Rohrleitungen untereinander. Das Beseitigen von Potenzialunterschieden bei Blitzeinwirkung erfordert Maßnahmen, die über die Anforderungen nach VDE 01 90 hinausgehen. Die Blitzschutzanlage wird dazu mit weiteren metallenen Installationen über Leitungen oder Trennfunkenstrecken, falls erforderlich auch mit aktiven Teilen von elektrischen Anlagen über Überspannungsschutzgeräte verbunden. Diese Maßnahmen werden kurz "Blitzschutz-Potenzialausgleich" genannt.
Potenzialausgleichsschiene
ist eine metallene Schiene zum Anschließen der Erdungsleitungen, der Potenzialausgleichsleitungen und gegebenenfalls des Schutzleiters.
Restspannung
ist der Scheitelwert der Spannung an den Klemmen des Ableiters beim Fließen des Ableitstoßstromes.
Schutzpegel
ist der jeweils höhere Wert aus der 100%-Ansprech-Blitzstoßspannung und der Restspannung beim Nennableitstoßstrom.
SEMP
Häufige Ursache für transiente Überspannungen, wiederum bis zu mehreren tausend Volt, sind aber auch Schalthandlungen im Hoch- und Niederspannungsnetz, Schaltvorgänge für Steuer- und Regelzwecke, wie z. B. Anfahrströme von Elektrobahnen. Diese Vorgänge werden unter dem Begriff SEMP (switching electromagnetic pulse) zusammengefasst.
Stoßstrom 8/20 µs
hat eine Stirnzeit von 8 µs und eine Rückenhalbwertszeit von 20 µs.
Trennfunkenstrecke für eine Blitzschutzanlage
ist eine Funkenstrecke zur Trennung von elektrisch leitfähigen Anlageteilen. Bei einem Blitzeinschlag werden die Anlagenteile durch Ansprechen der Funkenstrecke vorübergehend leitend verbunden.
Überspannungsableiter (oder Ableiter),
Schutzschaltungen sind Bauelemente und Schutzschaltungen, die Überspannungen in Anlagen bzw. Geräten auf zulässige Werte begrenzen. Schutzschaltungen sind Einrichtungen, die aus Entladungsstrecken, Varistoren, Halbleiterbauelementen und Entkopplungsgliedern bestehen, die z.B. nach DIN VDE 0845 Teil 1/10.87, Abschnitt 4.2.2 zusammengeschaltet sind:
- Reihenschaltungen aus Entladungsstrecke und Varistor sowie Entladungsstrecke und Diode
- Parallelschaltung aus Entladungsstrecke und Varistor
- Kombination von Reihen- und Parallelschaltungen zu kompletten Schutzbaugruppen
Überspannungsschutz
Er ist Teil des Blitzschutz-Potenzialausgleichs. Überspannungsschutzgeräte werden dazu an Teilen der Elektroinstallation bzw. an elektrischen Geräten installiert, um diese vor Zerstörungen durch Überspannungen zu schützen. Im Normalfall werden Überspannungsschutzgeräte für die Stromversorgungsleitungen und für alle Arten von Datenleitungen eingesetzt. Je nach Gebäudetyp und nach Einbauort werden für die Stromversorgung unterschiedliche Schutzgeräte, eingeteilt nach Typenklassen 1 bis 3, eingesetzt.
Unbeeinflusster Kurzschlussstrom
eines Prüfkreises ist der Strom, der in einem Prüfkreis an bestimmter Stelle fließen würde, wenn der Prüfling dort durch einen Leiter mit vernachlässigbarer Impedanz kurzgeschlossen wäre.
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